Alkohol

Der chemische Aufbau und die körperliche Wirkungsweise von Alkohol


Der Gesundheit schadende Alkohol ist im Eigentlichen die chemische Substanz Ethanol.

Alkohol wird bei der Klassifizierung des Substrats Ethanol nur umgangssprachlich verwendet, wobei sich diese Bezeichnung aus dem Arabischen Al- Kuhl, der Begriff für Augenschminke, herleitet.

Alkohol hat die Summenformel C2H5OH und gehört den n- Alkanolen, einer Stoffgruppe der organischen Chemie, die sich von den gesättigten Kohlenwasserstoffen, ableitet, an. Somit ist Alkohol eine komplette Stoffklasse, wobei Getränke, die einen Rausch aufgrund des Gehalts an Alkohol hervorrufen, im bestimmten Maße Ethanol enthalten.

Reiner Alkohol kann jedoch nicht konsumiert werden, wird jedoch als Desinfektionsmittel, Grundchemikalie der Industrie und organisches Lösungsmittel verwendet. Jedoch kann schon bei einem Gehalt von 50 bis 80 Prozent an Alkohol die Hülle von Bakterien zerstört werden, was zum Zelltod führt.

Solche hohen Konzentrationen sind jedoch nur durch Destillation möglich. Im Eigentlichen ist Alkohol ein natürliches Produkt, das durch Gärung von Glucose, wie beispielsweise bei reifen Säften, Früchten und Gemüse, entsteht. Der Konsum der Droge Alkohol ist aus dieser Gewinnung der Menschheit seit Entstehungszeiten bekannt.

Der deutsche Evolutionstheoretiker Josef Helmut Reichholf vertritt sogar die These, dass die Sesshaftigkeit und der Beginn des Ackerbaus aus Mangel an der Verfügbarkeit an dem alkoholischen Honigweins Met begonnen wurde. Kulturwissenschaftler vermuten, dass seit etwa 1000 nach Christus das Prinzip der Destillation von Alkohol in der Türkei entwickelt wurde.

Dabei wird der Gehalt des Alkohols durch Reduzierung über den durch Gärung erreichbaren Gehalt von 19 Prozent Alkohol bis auf 100 Prozent überschritten. Alkohol ist sowohl eine psychotrope Substanz, sprich ein Genussmittel, wie auch die global am weitesten verbreitete Droge. Aufgrund seiner stimulierenden und stimmungserhellenden Wirkungsweise ist der Alkohol in den meisten Gesellschaften geschätzt, wobei jedoch der regelmäßige Konsum zur Sucht führt.

Auf der Skala nach dem Potenzial des individuellen und gesellschaftlichen Schadens der verschiedenen Drogen behauptet Alkohol den fünften Rang, wobei der Grad der Abhängigkeit ebenfalls bei dieser Kategorisierung berücksichtigt wird.

Alkohol wird im Allgemeinen oral in flüssiger Form von Getränken aufgenommen, wobei diese Substrate bis zu 80 Prozent vom Körper aufgenommen werden kann. Zwar gibt es durchaus Spirituosen, die bis zu 99 Prozent Alkohol beinhalten, wie beispielsweise Absinth, jedoch können diese nur stark verdünnt und flambiert konsumiert werden.

Die Wirkungsdauer und -stärke wird dabei bestimmt durch die Menge, den Zeitraum des Konsums und den Zustand des Konsumenten. Exemplarisch wird bei nüchternen Magen die Aufnahme von Alkohol durch den Magendarmtrakt in das Blut schneller vollzogen.

Nach dem Konsum dauert das Erreichen des Maximums des Blutalkoholspiegels ungefähr ein bis zwei Stunden, wodurch eine Überschätzung der konsumierten Menge an Alkohol sehr häufig im klinischen Alltag vorkommt.

In geringen Mengen wirkt Alkohol enthemmend und auflockernd, kann jedoch in höherer Dosis zu erhöhter Aggressivität, Risikobereitschaft und, beim männlichen Geschlecht teilweise, zu Potenzstörungen führen. Gerade durch die ersten zwei Beeinträchtigungen ist das Unfallrisiko stark erhöht, was jedoch durch die verminderte Reaktionsfähigkeit verstärkt wird.

Zudem sind seit Urzeiten die Fähigkeiten zum Lindern von Schmerzen und zum Anregen des Schlafes beim Konsum von Alkohol geschätzt, wodurch auftretende Verletzungen leicht kompensiert werden können. Des Weiteren wird der Gleichgewichtssinn empfindlich gestört, wobei bei einem länger andauernden Konsum von Alkohol diese Wirkung nachlässt.

Die Aufnahme von Alkohol in das Blut erfolgt hauptsächlich im Magen, wobei der Rest jedoch im Dünndarm verwertet wird. Im Körper erweitert Alkohol die Blutgefäße, wodurch ein Gefühl von Wärme suggeriert wird.

Hierdurch kann es folgerichtig leicht zu Unterkühlung des Konsumenten kommen. Dabei erfolgt der Abbau überwiegend über die Leber statt. Bei dauerhaftem Konsum von Alkohol sind die Langzeitfolgen außergewöhnlich ausgeprägt. Die Sucht nach der Droge Alkohol kann zu irreversiblen Schäden aller Organe führen, weil Alkohol den Körperzellen Wasser entzieht.

Zum Beispiel kann das Nervensystem empfindlich gestört werden, was die Verminderung des Tastsinnes in den Gliedmaßen bedingt. Dies kann so weitreichend sein, dass beim dauerhaften Verzehr von Alkohol, durch das Absterbens der Zellen des Kleinhirns, eine permanente Unsicherheit im Laufen bis zu Lähmungen der Beine eintreten kann.

Das Nachlassen der intellektuellen Fähigkeiten in Form von Gedächnisleistungen und die Fähigkeit, sich zu konzentrieren, ist ebenfalls empirisch feststellbar. Weniger häufig vorkommend, aber dennoch beobachtet, sind Zustände, die Psychosen ähnlich sind. Dazu zählen wahnhafte Stadien, wie beispielsweise Verfolgungswahn und Eifersuchtswahn.

Physisch ist zusätzlich die Ausbildung einer sogenannten Fettleber mit darauf erfolgender irreversibler Verhärtung der Leber, Zirrhose im medizinischen Jargon genannt, beobachtbar. In diesem Stadium der Zirrhose ist die Leber nicht mehr in der Lage, Giftstoffe abzubauen.

Dadurch erhöht sich die Konzentration bei fortschreitenden Konsum von Alkohol im Körper, wodurch weitere Hirnzellen absterben und das Blut schwerer die Leber passieren kann. Das Blut wird dadurch im Körper durch empfindlichere Adern umgeleitet, wie unter anderem durch die Speiseröhre.

Diese unnatürliche Kompensation des Blutkreislaufs ist sehr empfindlich und kann durch das Platzen von Arterien zu einem plötzlich eintretenden Ableben führen kann. Ferner erhöht sich das Risiko an Krebs zu erkranken drastisch.