Pranayama

Durch das Pranayama wird die Vereinigung von Körper und Geist mithilfe von Atemübungen angestrebt. Das Pranayama ist die vierte Stufe des so genannten Raja Yoga nach den Lehren des Yoga-Sutras von Patanjali.

Die Übersetzung von Pranayama ist in zwei Begrifflichkeiten untergliedert. Zum einen bedeutet Prana Lebensenergie. Ayama hingegen bezeichnet das Kontrollieren, beziehungsweise das Erweitern. Unter Pranayama versteht man im Yoga somit die bewusste Vertiefung und Regulierung der Atmung, indem man sich achtsam verhält und kontinuierlich trainiert.

Nach den Vorstellungen, die im Yoga auftreten, ist die Atmung Träger der Lebensenergie, weshalb Prana auch Atmung bedeutet, wobei der Begriff ursprünglich ein viel höheres Bedeutungsspektrum aufweist.

Ähnlich wie bei den unzähligen Techniken des Yoga zur Entspannung und zur Meditation treten beim Pranayama durch andauernde Konzentration auf die Atmung bei angewandten Atemtechniken bewusstseinserweiternde Prozesse in Gang.

Dies kommt zustande, da man durch die langfristige Übungsphasen in der Ausübung der Pranayama erreicht, dass man die normalerweise unbewussten und nicht beeinflussbaren Atemmuster durch bewusst ausgeführte Techniken ersetzt. Bei diesen Techniken kann man verschiedene Muskelgruppen, wie das Zwerchfell und die Brust-, Bauch- und Beckenbodenmuskulatur mit einbeziehen, sodass Atembewegungen kontrolliert werden können. Hervorragend lassen sich diese Atemübungen in einem stillen Moment am Arbeitsplatz ausführen und tragen zu einer Steigerung der Gesundheit am Arbeitsplatz sowie zur daraus resultierenden Effizienz bei.

Durch das Ausführen der Übungen wird zunächst die Empfindsamkeit für die inneren Vorgänge der Atmung gestärkt. Dadurch können die unbewussten Atmungsmuster bewusst werden.

Da der menschliche Körper eine enge Verknüpfung zwischen physiologischen und kognitiven Prozessen aufweist, ist die Atmung auch Spiegel der emotionalen Zustände. Stress, Angstzustände und Erschrecken wirken sich hierbei symptomatisch auf die Atmung aus.

Durch die Atemtechniken der Pranayama können diese unbewussten Aktivitäten des Körpers aktiv beeinflusst werden, wodurch diese ihren zwanghaften Charakter verlieren. Somit werden eingefahrene Gewohnheitsmuster des Organismus allmählich der bewussten Veränderung zugänglich gemacht. Dadurch kann Pranayama als Verbindung zwischen den Aktivitäten des Körpers und der Psyche angesehen werden. Durch diese Eigenschaft hat Pranayama traditionell eine bedeutende Rolle in der Lehre des Yoga.

Pranayama wird als eine der ältesten Formen der Atemtherapeutischen Massnahmen verstanden, da ihre Ursprünge bereits den Upanishaden bekannt waren. In unseren Hemisphären erlangte Pranayama vor allem daurch Bekanntheit, da eine kontinuierliche Ausübung dieser Praktiken zu einem erhöhten Atemvolumen und dadurch zu einem längeren und feineren Atemrhythmus führt.

Zuweilen kann es zu einem mühelosen, natürlichen Atemverhalten, das wiederum bei Meditationsübungen des Yogas trainiert wird, auch im Alltag kommen. Allgemein wird dieser Atemstrom als turbulenzfrei und laminar bezeichnet. Dadurch wird in den Atemwegen und Bronchien ein optimierter biochemischer Gasaustauschprozess gefördert.

Ein verringerter Bedarf an Sauerstoff, sowie ein gesenkter Puls und Blutdruck, eine positive Auswirkung auf den elektronischen Leitwert der Haut, gesteigerte Ampluden von Theta- Wellen, die durch ein EEG nachgewiesen werden und eine erhöhte Aktivität des Parasympatikus konnten wissenschaftlich als Konsequenz auf die regelmäßige Ausübung von Pranayama zurückgeführt werden. Zudem wird von den Ausübenden ein Gefühl der Energetisierung und der Wachheit beschrieben.