Diät

Was genau versteht man unter Diät und welche Formen gibt es?

Das Wort Diät kommt vom griechischen „diaita“ und bedeutet eigentlich „Lebensführung“. Dementsprechend geht es der Diätetik nicht nur um die Ernährung, sondern allgemein um eine gesunde Lebensweise. Heute wird der Begriff Diät zum einen für eine besondere Form der Schonkost gebraucht, wie sie bei Lebensmittelallergien, Magenleiden oder nach Herzoperationen angeraten sein kann. Zudem bezeichnet Diät auch eine Reduktionskost mit deren Hilfe man abnehmen möchte. Diese wird entweder vom Arzt verordnet, oder man unterzieht sich freiwillig den Auflagen, die meist mit Einschränkung der Kalorienzufuhr einhergehen. Das Prinzip einer Diät zur Gewichtsabnahme ist Verzicht auf oder Reduktion von bestimmten Nahrungsmittelbestandteilen und Kalorienzählen. Die folgende Auflistung beschränkt sich auf die bekanntesten Diäten.

Schlankheitsdiäten ähneln Modetrends. Sie kommen und gehen. Einige aber wurden zu Klassikern, wie etwa die Haysche Trennkost. Dabei soll man Eiweiß und Kohlenhydrate getrennt verzehren, weil diese angeblich sonst nicht optimal verdaut werden können. Was in der Praxis oft schwer umzusetzen ist, da beide Nahrungsmittelbestandteile in vielen Lebensmitteln gemeinsam vorkommen. Weiter entwickelt wurde dieser Ansatz von Marylin und Harvey Diamond zur Diät Fit for Life. Die Nahrungsmittelaufnahme muss dabei dem menschlichen Biorhythmus angepasst werden. In der Ausscheidungsphase von 4 bis 12 Uhr sind nur Rohkost und Säfte erlaubt. Zwischen 12 und 20 Uhr in der Phase der Nahrungsaufnahme dürfen alle Lebensmittel verzehrt werden, jedoch getrennt nach den Vorgaben von Dr. Howard Hay. Ab 20 Uhr darf dann nichts mehr gegessen, sondern nur noch Wasser getrunken werden zur besseren Nahrungsverwertung. Da die Diamonds von Milchprodukten abraten, kann diese Kostform Kalziummangel begünstigen.

Manche Diäten verschwinden bald wieder in der Versenkung. So spricht zum Beispiel kaum jemand mehr von der Kohlsuppendiät, die in den 1980er Jahren buchstäblich in aller Munde war. Die Reisdiät ist und bleibt dagegen beliebt, weil unkompliziert durchführbar. Einschränken muss man nur Fett und Fleisch. Reis wirkt aufgrund des hohen Gehalts an Kalium stark entwässernd. Durch den Wasserverlust greift der Körper auf seine Fettdepots zurück und „verbrennt“ die Reserven, was die Pfunde purzeln lässt. Langfristig belastet diese Ernährungsweise die Nieren. Um dem drohenden Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen vorzubeugen, sollte Wildreis verwendet werden oder ungeschälter Vollkornreis aus biologischem Anbau (der Schadstoffe wegen).

Bei der Low-Fat-Diät wird die Zufuhr von Fett auf täglich 60 Gramm beschränkt sowie Fleisch reduziert zu Gunsten hochwertiger pflanzlicher Fettsäuren und Fisch. Obst, Gemüse und Getreideprodukte sind in beliebiger Menge erlaubt. Daher ist diese Ernährungsform durchaus auch längerfristig zu empfehlen. Vollständig auf Fett verzichten, sollte man dagegen nicht, denn einige Vitamine und Mineralstoffe sind fettlöslich. Oberstes Gebot ist die Reduzierung von Fett auch bei einer Diät mit Hilfe sogenannter Fatburner. Das können Hormone, Enzyme oder Spurenelemente sein, die vor allem in Ananas, Papaya, Algen (wie zum Beispiel auch Spirulina oder Chlorella und Apfelessig enthalten sind. Zusätzlich zu dieser fettarmen Kost sollte man reichlich trinken, zum Beispiel Matetee zur Dämpfung des Hungergefühls.

Genau das Gegenteil, nämlich reichlich Fisch, Fleisch, Käse und Eier, propagierte der amerikanische Kardiologe Robert C. Atkins. Auf Kartoffeln, Nudeln, Reis, Brot und Gebäck ist weitgehend zu verzichten. Zwar nimmt man durch den Wegfall der Kohlenhydrate als Energielieferanten durchaus ab, weil der Körper auf seine Fettreserven zurückgreift. Langfristig drohen bei der Atkins-Diät jedoch Herz-Kreislaufstörungen durch die hohen Blutfettwerte.

Alle diese recht einseitigen Kostformen werden von der deutschen Gesellschaft für Ernährung eher kritisch bewertet. Die DGE setzt auf fettarme, aber vollwertige Mischkost, wie sie auch von den Weight Watchers empfohlen wird. Denn um langfristig das Gewicht zu halten und den berühmten Jojo-Effekt zu vermeiden, muss man beides: sich ausgewogen ernähren und für genügend Bewegung sorgen.