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Alzheimer weltweit auf dem Vormarsch

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Die Überalterung der Gesellschaft stellt viele Industrienationen vor wachsende Probleme. Auch neue Prognosen dürften die Gesundheitspolitik aufhorchen lassen, demnach wird die Zahl der Demenzkranken in den nächsten Jahren rasant anwachsen.

Viele Länder sind auf Herausforderungen nicht eingestellt

Anlässlich des Weltalzheimertags am 21. September stellte der Internationale Alzheimerverband in London seinen aktuellen Bericht vor. Demnach werden im Jahr 2050 115 Millionen Menschen an Alzheimer erkrankt sein. Heute sind es 35 Millionen. Auch in Deutschland dramatisiert sich die Lage: Nach Zahlen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. leiden in Deutschland derzeit 1,4 Millionen Menschen an der degenerativen Erkrankung, 2050 werden es drei Millionen sein. Jeder Dritte der an Demenz Erkrankten wird dabei über 90 Jahre alt sein. Den Studienautoren zufolge ist kein Land auf diese gesellschaftliche, gesundheitspolitische und finanzielle Herausforderung eingestellt. Es fehlt an Langzeitstrategien und finanziellen Reserven, um die Pflege- und Behandlungskosten für Alzheimerkranke leisten zu können. Bereits heute entsprechen diese Kosten einem Prozent des globalen Bruttoinlandproduktes; und es wird noch teurer. Nach Daten des Weltalzheimerberichts werden 2050 277 Millionen Weltbürger auf Hilfe im Alltag angewiesen sein, aktuell sind es 101 Millionen Menschen, die von Angehörigen oder Fachkräften in einem Pflegeheim betreut werden müssen. Vor allem die Politik ist hier in der Pflicht, Pflegekräfte müssen ausgebildet und besser bezahlt werden. Angehörige müssen stärkere Unterstützung erfahren, daneben wird auch die Nachfrage nach ambulanten Pflegediensten und Heimen, aber auch alternativen Betreuungsformen wie Wohngemeinschaften steigen.

Körperliche und geistige Beweglichkeit reduziert Alzheimer-Risiko

Die Lebenserwartung steigt weltweit an, doch mit wachsendem Alter steigt auch das Risiko, an Demenz zu erkranken. Bei Alzheimer handelt es sich um eine Form der Demenz. Sie ist durch eine kontinuierliche Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten, etwa Gedächtnisverlust und nachlassendes Orientierungsvermögen gekennzeichnet. Hinzu kommen Verhaltensauffälligkeiten. Doch Demenz ist kein unausweichliches Schicksal, wie die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) betont. Sie gibt Tipps, wie das Alzheimerrisiko gesenkt werden kann. So zeigte eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2012, dass Bewegung das individuelle Demenzrisiko um bis zu 37 Prozent senken kann – und das völlig unabhängig vom Lebensalter. Menschen, die Sport treiben und aktiv bleiben, erhöhen die Leistungsfähigkeit der grauen Zellen. Das Gehirn kann Informationen besser verarbeiten, auch die Reaktionszeit steigt, Aufmerksamkeit und Merkfähigkeit verbessern sich. Dabei muss es kein Leistungssport sein, Bequemlichkeit müsse durchbrochen werden, um ein aktiveres Leben zu führen, leichter Ausdauersport ist besonders für Anfänger ideal. Daneben muss selbstverständlich auch das Gehirn regelmäßig gefordert werden, um so die Bildung neuer Nervenzellen anzuregen. Lesen, Rätseln oder das Lernen einer neuen Sprache seien geeignete Aktivitäten, um geistig fit zu bleiben. Wer Neues lernt, indem Routinen durchbrochen werden, bringt sein Hirn außerdem dazu, neue Synapsen – dies sind die Autobahnen zwischen den Nervenzellen – zu bilden.

Abwechslungsreiches Leben hält Hirn jung

Eine vollwertige, gesunde Ernährung, die mediterrane Diät ist hier am besten geeignet, gehört ebenfalls zu den Pfeilern der Alzheimervorbeugung. Frisches Obst und Gemüse, fettreicher Fisch, Olivenöl, Hülsenfrüchte und Nüsse versorgen Körper und Geist mit wichtigen Nährstoffen. Besonders die Folsäure scheint hier eine essentielle Position einzunehmen, da sie Homocystein abbaut. Homocystein, eine Aminosäure, trägt zur Arteriosklerose und zur Alterung der Gefäße und des Hirns bei. Hohe Homocystein-Werte bringen ein doppelt so hohes Alzheimer-Risiko mit sich, wie medizinische Fragen bei Healthy News zeigen. Schließlich darf auch der Spaß nicht fehlen, wer viele soziale Kontakte besitzt, bleibt länger gesund. Einsamkeit hingegen hat sich in Studien als genauso gesundheitsschädlich erwiesen wie Übergewicht, Rauchen oder Bluthochdruck.

Aussichten: Forschung muss international koordiniert werden

Vor 100 Jahren wurde Alzheimer erstmals wissenschaftlich beschrieben, einer Heilung sind Forscher aber nicht nähergekommen. Zwar gab es vor einem Jahrzehnt große Hoffnungen auf einen Impfstoff gegen die Eiweiße, die sich im Hirn anlagern, doch Studien an Menschen waren nicht erfolgreich. Die Studienautoren fordern daher, dass Forschungsansätze global besser koordiniert werden müssen. Auch bei der Diagnosestellung und der Alzheimer-Behandlung mit Antidementiva – diese verlangsamen das Fortschreiten der Erkrankung – sehen sie Verbesserungsbedarf.

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