Rückengerechtes Sitzen

Rückengerechtes Sitzen ist leichter gesagt als getan. Dabei wäre gerade hier Vorbeugung die beste Medizin. Denn Rückenschmerzen gelten mittlerweile als regelrechte „Volkskrankheit“. Viele Menschen klagen über Beschwerden im Schulter- und Nackenbereich. Einigen macht die Lendenwirbelsäule zu schaffen. Andere haben Probleme mit den Bandscheiben. An all diesen Leiden sind zwei Dinge schuld: der aufrechte Gang und unsere moderne Lebensweise. Die Wirbelsäule ist leider nicht optimal ausgelegt für das Gehen auf zwei Beinen und auch nicht für unsere hochtechnisierte Berufswelt. Langes Stehen im Verkauf oder am Serviceschalter staucht die Wirbel regelrecht zusammen. Sitzen ist nicht wirklich entspannender für den Rücken. Doch die meisten Menschen erledigen ihre Arbeit heute überwiegend am Schreibtisch; soviel zur Gesundheit am Arbeitsplatz. Wer dann noch den Abend vor dem Fernseher oder am PC verbringt, bei dem sind Verspannungen regelrecht vorprogrammiert. Nun lassen sich liebgewordene Freizeitgewohnheiten wohl ebenso schwer ändern, wie vorgegebene Arbeitsbedingungen. Doch rückengerechtes Sitzen kann man lernen. Es bedeutet keineswegs stundenlang kerzengerade auf dem Stuhl auszuharren. Der teuerste ergonomisch perfekte Bürostuhl nutzt wenig, wenn wir falsch darauf sitzen. Die Höhe von Tischplatte und Sitzfläche sollte so aufeinander abgestimmt sein, dass die Unterarme möglichst waagrecht aufliegen. Nützlich sind kleine Hilfsmittel wie Keilkissen, Rückenkissen oder Fußstützen. Ergonomische Mousepads oder Auflagen vor der Tastatur dienen zur Schonung der Handgelenke. Denn je optimaler der Arbeitsplatz auf die betreffende Person zugeschnitten ist, desto entspannter wird man dort auch über längere Zeit hinweg sitzen können, ohne dass einem der Rücken weh tut. Das gilt natürlich auch für lange Autofahrten auf dem Weg zur Arbeit, zu Kunden oder als Berufskraftfahrer.

Wichtig ist, ausreichend Pausen einzulegen und durch Dehnen, Recken und Strecken oder kurze Gymnastikübungen die Muskelverspannungen zu lösen, bevor der Nacken schmerzt. Die Wirbelsäule will bewegt sein. Dann werden die Muskeln besser durchblutet und die Bandscheiben mit der notwendigen Flüssigkeit versorgt. Deshalb sollte man die Sitzhaltung über den Tag hinweg abwechseln. Schon kleine Bewegungen können Wunder wirken, sie müssen nur regelmäßig erfolgen. Also öfter mal aufstehen, zum Beispiel beim Telefonieren. Ein kurzer Blick durchs offene Fenster und tiefes Durchatmen tut nicht nur dem Rücken gut. Es entspannt auch die müde gewordenen Augen und bringt frischen Wind in die durch Kopierer und Drucker belastete Büroluft. Wer zu den Kollegen am Ende des Stockwerks geht statt dort anzurufen, tut nebenbei etwas für seine Gesundheit. Treppensteigen statt Aufzugfahren macht die Venen fit. Wer noch mehr tun möchte, schiebt zwischendurch die eine oder andere Lockerungsübung ein. Das ist keine Zeitverschwendung, denn entspannt arbeiten wir einfach effizienter.