Naturheilkunde

Grundlagen der Naturheilkunde


Unter dem Begriff Naturheilkunde wird heute generell ein bestimmter Bereich der Alternativmedizin verstanden, welche wiederum all solche medizinischen Gebiete umfasst, die in Hinblick auf ihre Wirksamkeit durch die wissenschaftlich orientierte Schulmedizin zumeist keine oder
nur teilweise Anerkennung erfährt.

Kennzeichnend für die Naturheilkunde ist die Annahme, dass jeder Mensch prinzipiell ausreichend Selbstheilungskräfte hat, um auch gegen schwerere Krankheiten oder Funktionsstörungen ohne Hilfe „von außen“ angehen zu können. Zur Aktivierung und Unterstützung dieser Selbstheilungskräfte werden im Bereich der Naturheilkunde in erster Linie in der Natur auftretende Hilfsmittel oder Reize verwendet – so auch die Elemente der Natur, wobei hier nicht nur die vier Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer eine Rolle spielen, sondern auch eine Vielzahl weiterer Mittel und Stimuli wie z.B. Licht, Kälte, Wärme oder Nahrung. Die Wurzeln der Naturheilkunde lassen sich bis ins griechische Altertum zurückverfolgen, der Begriff „Naturheilkunde“ wurde allerdings erst 1848 von dem bayerischen Militärarzt Lorenz Gleich (1798-1865) geprägt. Öffentlich bekannt wurde die traditionelle Naturheilkunde im deutschsprachigen Raum schließlich durch den Pfarrer und Hydrotherapeuten Sebastian Kneipp (1821-1897), der gemäß seiner Auffassung einer bestehenden Symbiose zwischen Mensch und Natur das auch heute noch weit verbreitete „Fünf- Säulen-Prinzip“ der Naturheilkunde entwickelte:

1.) Heilkräuter: Einsatz von Pflanzenwirkstoffen in Form von Tee, Saft oder Salben, Ölen, Wickeln und Bädern zur Behandlung von Krankheiten und Befindlichkeitsstörungen

2.) Anwendung von Wasser: Wasseranwendungen zur Schmerzbehandlung, Steigerung der Leistungsfähigkeit, Verbesserung der Durchblutung und Stärkung der Abwehrkräfte

3.) Bewegung: sinnvoll eingesetzte körperliche Betätigung respektive Sport (z.B. Wandern, Schwimmen, Fahrradfahren oder Gymnastik) zur Stärkung von Bewegungsapparat, Kreislauf, Verdauungsorganen und Nervensystem

4.) Ernährung: ausgewogene und gesunde Ernährung als Voraussetzung für Gesundheit

5.) Lebensordnung: bewusste, ausbalancierte Lebensgestaltung im Einklang mit der Natur

Diese „Fünf Säulen“ der klassischen Naturheilverfahren wurden in neuerer Zeit nach und nach um weitere Techniken ergänzt, so dass heute eine Vielzahl von Methoden besteht, die häufig auch als „erweiterte Naturheilverfahren“ benannt werden. Hierzu gehören u.a. Elektrotherapie, Licht- und UV-Therapie, Massagen, Krankengymnastik oder Atemtherapie. Viele naturheilkundlichen Verfahren basieren auf einem so genannten „ganzheitlichen Ansatz“, d.h. sie verfolgen das Ziel, den gesamten Organismus wieder in Einklang zu bringen und berücksichtigen bei der Behandlung daher nicht nur den Körper, sondern ebenso für die Gesundheit von Geist und die Hilfe für die Seele.

(Sebastian Bertram, Heilpraxisnet.de)