Potenzmittel

Ein Überblick über die wichtigsten Potenzmittel: Erektionsstörungen sind weit verbreitet und kein auf unsere moderne Leistungsgesellschaft beschränktes Problem.

In allen Kulturen wussten „Heiler“ oder „weise Frauen“ Mittel und Wege der schwächelnden Manneskraft auf die Sprünge zu helfen. Bei einigen dieser Pülverchen und Mixturen konnte die Wirksamkeit mittlerweile wissenschaftlich nachgewiesen werden. Dann kam das „blaue Wunder„, und bei dem Rummel um Viagra gerieten traditionelle Präparate ins Abseits. Da chemische Potenzmittel aber nicht frei von Nebenwirkungen sind, suchen viele Männer nach Alternativen. Der folgende Überblick soll die Auswahl erleichtern.

Aphrodisiaka

Bestimmten Nahrungsmitteln wird eine erotisierende Wirkung nachgesagt. Nach dem Ähnlichkeitsprinzip sollen Austern und Früchte wie Kirschen, die den weiblichen Geschlechtsorganen gleichen, die Lust der Frauen steigern. Dasselbe erhoffen sich Männer von Sellerie oder dem phallusartigen Spargel. Tatsächlich regt dessen Inhaltsstoff Aspargin die Durchblutung der Genitalien an. Doch ist die Wirkung eher unspezifisch, ebenso wie die von Chilischoten und Peperoni. Bei diesen „Scharfmachern“ sorgt Capsaicin für die Durchblutungssteigerung. Seit Jahrtausenden hält auch die traditionelle chinesische Medizin Potenzmittel bereit. Haifischflossen, Tigerknochen, Nashornpulver und Bärengalle sollten jedoch tabu sein. Welcher aufgeklärte Europäer möchte seine Lust steigern durch zweifelhafte Präparate für die Tiere unvorstellbare Grausamkeiten erleiden oder an den Rand der Ausrottung gebracht werden? Besser die Finger lassen sollte man(n) auch von der legendären „Spanischen Fliege“. Diese Käferart enthält das Nervengift Cantharidin.

Pflanzliche Potenzmittel

Kräuterpräparate oder pflanzliche Essenzen sind eine echte Alternative zur chemischen Keule. Asiatischer Ginseng und Gingko biloba dienen ebenso wie das brasilianische „Muira Puama“ als allgemeine Heil- und Stärkungsmittel. Leistungssteigernd wirken auch Hafer (Avena sativa) und „Maca“, ein Knollengewächs aus den Anden. Studien belegten eine Verbesserung der Spermien durch die enthaltenen Phytohormone. Bei „Butea Superba“ sind es Isoflavone in Kombination mit pflanzlichem Testosteron, denen der Schmetterlingsblütler aus dem thailändischen Regenwald seine Wirkung verdankt. Der unbestrittene Star ist jedoch Yohimbin. Die Massai nutzen die Rinde von „Pausynistalia yohimbe“ gleichermaßen als Potenzmittel für Männer und Aphrodisiakum für Frauen. In Mexiko trinkt man Likör mit dem Pflanzentonikum „Damiana“ zur Förderung der Lust. Allen diesen Stoffen ist gemeinsam, dass sie stark gefäßerweiternd wirken, auch auf die Genitalien. Um die ansonsten eher unspezifischen Wirkungen zu standardisieren, werden heute zumeist pflanzliche Kombinationspräparate angeboten, wie etwa AndroDeluxe®. Diese sind weitgehend frei von Nebenwirkungen und ohne Rezept erhältlich.

Chemische Potenzmittel

Viagra ® besitzt den Wirkstoff Sildenafil. Wie seine Abkömmlinge Tadalafil (in Cialis ®) und Vardenafil (bei Levitra ®) hemmt dieser das für den Abbau von Stickoxiden zuständige Enzym Phosphodieesterase. Mehr Stickstoffmonoxid führt zur Gefäßerweiterung und verbesserten Durchblutung der Schwellkörper. Da der Blutdruck stark abfallen kann, besteht ein Risiko für Herzpatienten. Deshalb gibt es diese Präparate eigentlich nur auf Rezept. Vorsicht ist geboten beim Bezug im Internet. Auf dem Schwarzmarkt kursieren wirkungslose Fälschungen. Frei verkäuflich sind dagegen Nahrungsergänzungsmittel mit L-Arginin. Auch diese natürliche Aminosäure sorgt für mehr NO im Blut, wirkt aber sanfter.

Ebenso wichtig wie das passende Potenzmittel sind eine stressfreie Atmosphäre im Bett, ein offener Umgang mit dem Problem und vor allem Geduld mit sich selbst. Denn nur etwa die Hälfte aller erektilen Dysfunktionsstörungen, geschweige denn die Impotenz, sind organisch bedingt.