Kontaktlinsen

Kontaktlinsen und Linsen für das Auge – die Alternative zur Brille

kontaktlinsen

Schätzungsweise rund 125 Millionen Menschen weltweit tragen heutzutage Kontaktlinsen.

Die Gründe dafür variieren: zum einen ist es das persönliche Erscheinungsbild – viele Leute finden Brillen wenig attraktiv – oder deren Praktikabilität, zum anderen mag ein Augenleiden der Anlass sein. Ophthalmologische Erkrankungen wie Hornhautverkrümmung oder Aniseikonie lassen sich mit Kontaktlinsen besser beheben und fördern so die Gesundheit der Augen. Verglichen mit Brillengläsern, sind Kontaktlinsen auch weniger anfällig bei feuchter Witterung, sie beschlagen nicht und sie bieten ein weiteres Sichtfeld. Bei sportlichen Aktivitäten sind sie zudem deutlich praktischer.

Kontaktlinsenträger müssen ihre Linsen für gewöhnlich jeden Abend oder alle paar Tage, je nach Linsentyp, herausnehmen. Dies erfordert einiges an Geschick und Training.

Sie werden mit dem Zeigefinger so ins Auge platziert, dass sie mit der konkaven Seite nach oben auf der Hornhaut sitzen. Mit der anderen Hand wird dabei das Auge offen gehalten. Während Einweglinsen keiner weiterer Pflege bedürfen, müssen andere Linsen regelmäßig gesäubert und desinfiziert werden, um beim nächsten Tragen wieder eine klare Sicht zu gewährleisten und Infektionen durch Bakterien oder Pilze zu vermeiden. Aufbewahrt werden solche Linsen dann über Nacht beispielsweise in Ammoniumphosphat-, Salz oder Wasserstoffperoxidlösung.

Kontaktlinsen in Frühformen gibt es bereits seit einigen Jahrhunderten, in Massenproduktion gingen sie allerdings erst in den 1960er Jahren, als die Technologie entsprechend fortgeschritten war. Ein weiterer Durchbruch erfolgte im Jahr 1971, als die Softlinse eingeführt wurde. Sie bietet einen wesentlich höheren Tragekomfort als Hartlinsen, an dies sich das Auge erst längere Zeit gewöhnen muss, und besticht durch eine sehr gute Sauerstoffdurchlässigkeit, was der Gesundheit der Augen besonders zuträglich ist. Auch nach einer speziellen Augenlaseroperation, einem sogenannten refraktiven chirurgischen Eingriff wie z.B. LASIK (bei zum Beispiel Hornhautvergrümmung, Grüner oder Grauer Star), kann das Tragen von Kontaktlinsen zur Verbesserung des Sehvermögens weiterhin enorm beitragen und die Hornhaut sogar schützen. Die LASIK-Technik wird von Augenspezialisten angewandt, um Kurz- oder Weitsichtigkeit zu beheben oder die Brechungseigenschaften des Auges zu korrigieren.

Zunehmend werden Kontaktlinsen auch zu kosmetischen Zwecken verwendet wie z.B. einer vergrößerten Erscheinung der Iris oder in der Unterhaltungsbranche, z.B. in Horrorfilmen, um spezielle Effekte zu simulieren oder die Farbe der Augen zu verändern.

Komplikationen beim Tragen von Kontaktlinsen gibt es in der Regel kaum. Wenn, dann resultieren diese aus dem zu langen Tragen, beispielsweise über Nacht, und betreffen meist das Augenlid oder die Bindehaut.