Gesundheitspolitik

Die Politik im Gesundheitswesen

Gesundheitspolitik wird definiert durch die Politik, die sich mit der vollständigen Organisation und der Funktionalität des Gesundheitssystems beschäftigt.

In der modernen Machtform des Staates wurde die Gesundheitspolitik in Europa relativ früh eingeführt, da die freien Marktkräfte nicht im Stande zu sein schienen, das Gesundheitswesen der Bürger und somit deren Pflege zu regeln.

Aus diesem Grunde führte Kaiser Wilhelm der Erste und dessen Reichskanzler Otto von Bismarck im deutschen Reich 1881 die Sozialversicherungen ein. Sie begründeten dies mit dem Wohlwollen, die Gesundheit der Arbeiterschaft fördern zu wollen und die Pflege im Krankheitsfall finanziell zu unterstützen. Der Aspekt des Marktversagens blieb dabei relativ verborgen, jedoch ist er in den Wirtschaftswissenschaften ein Hauptargument für diese politische Maßnahme.

Seither hat sich die Gesundheitspolitik vielseitig gewandelt. Während in früheren Epochen hauptsächlich akute Erkrankungen versorgt wurden, werden heutzutage, nach asiatischem Vorbild, zunehmend präventive Maßnahmen, wie unter anderem Ayurveda und Yoga, durch die gesundheitspolitische Maßnahmen der Krankenkassen unterstützt. Sogar Fitness und Gymnastikstunden werden von einigen Krankenkassen finanziell unterstützt. Dadurch soll die Gesundheit der Bevölkerung prophylaktisch gestützt werden, sodass weniger Maßnahmen der Pflege Erkrankter bezuschusst werden müssen.

Jedoch ist die Gesundheitspolitik nicht global einheitlich. In vielen Ländern, wie den Vereinigten Staaten von Amerika und den meisten Dritte-Welt-Ländern, ist die Krankenversorgung liberalisiert. So gibt es, im Gegensatz zu Deutschland, keine gesetzlichen Krankenkassen, die die Kosten der Pflege subventionieren. Der freie Markt soll nach der Gesundheitspolitik dieser Staaten die Versorgung der Bürger in diesem Bereich durch private Versicherer regeln.

Aufgrund des demographischen Wandels greifen nach und nach auch in Deutschland Reformen des Gesundheitswesens. Während früher die Kosten der Behandlung auf alle Beitragszahler der Krankenkassen umgewälzt wurden, lässt sich zunehmend beobachten, dass der Bürger zunehmend für die Unkosten der Pflege großteilig selbst aufkommen muss.

Da der Leistungskatalog der privaten und gesetzlichen Krankenkassen und der Anteil, welchen die Arbeitgeber zu der Krankenversicherung der Arbeitnehmer zahlen, verschmälert wurde, müssen in Deutschland Behandelnde erstmalig eine standardisierte Praxisgebühr von ‚Ǩ 10.- quartalsweise bezahlen, die an die Krankenkassen weitergereicht wird. Auch werden bei vielen Krankheitsbildern als obligatorische Bedingung der vollständigen Kostenübernahme durch die Krankenkasse regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen verlangt. So sollen langfristig Kosten eingespart werden, da die Gesundheit der Krankenkassenmitglieder dadurch einer permanenten Kontrolle unterliegt und frühzeitig behandelt werden kann.

Anderseits ist durch die Gesundheitsreform auch die Maßnahme getroffen worden, dass eine Versicherungspflicht für alle Bürger der Bundesrepublik besteht. Dieser Schritt der Gesundheitspolitik ist jedoch gerade unter privaten Krankenkassen umstritten, da sie gezwungen werden, ehemalige Versicherte, die zum Beispiel durch Arbeitslosigkeit ihren Vertrag mit der Versicherung auflösen mussten, wieder aufgenommen werden müssen. Diese zwischenzeitlich Unversicherten haben mittlerweile jedoch oftmals große Probleme mit ihrer Gesundheit, da sie die Pflege durch ärztliche Maßnahmen nicht in Anspruch nehmen konnten. Nicht nur aus diesem Grund rechnen die privaten Krankenkassen mit anwachsenden Kosten. Daher wird für Verbraucher der Private Krankenversicherungs-Vergleich in Zukunft ein gutes Werkzeug sein um private Krankenversicherungen zu vergleichen. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Gesundheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland in dieser Form langfristig aufrechterhalten lässt. Die mittelfristige Liberalisierung der Pflege nach US-amerikanischen Vorbild wird deshalb aus kostentechnischen Gründen wiederkehrend durch die Medien heraufbeschworen, was jedoch ein Großteil der Bürger Deutschlands ablehnt.