Tierhaarallergie

Im Jahr 2006 wurde eine spektakuläre Studie über eine Tierhaarallergie veröffentlicht.

Forscher wollten wissen, wie umfangreich die Verbreitung desjenigen Allergens ist, das die Überempfindlichkeits-Reaktion gegen Katzenhaare auslöst. Freilich sind es nicht die Haare selber, sondern ein Eiweiß aus dem Speichel der beliebten Felltiere. Da Katzen ja bekanntlich reinliche Wesen sind, verteilen sie das Protein mit der Zunge über ihre Haare. Und die hinterlassen sie an all ihren Aufenthaltsorten, wo sich dann auch das Allergen befindet.

Dachte man. In Wirklichkeit verbreitet der Wind das Allergen über den ganzen Globus. Die Wissenschaftler fanden es sogar im Packeis der Antarktis. Also war die Schlussfolgerung: wenn das Katzen-Allergen in unserer gesamten Umwelt sowieso universell verbreitet ist, braucht sich kein Allergiker von seiner geliebten Pussi trennen. Er kann dem Auslöser seiner Krankheit ohnehin nicht ausweichen.

Nicht nur die Katzen-Allergie, sondern auch andere sogenannte Tierhaarallergien sind Überempfindlichkeiten gegen Sekretstoffe aus dem Speichel und dem Schweiss von Tieren. Eiweiß aus abgschilferten Hautschuppen provoziert das Immunsystem des Menschen ebenfalls. Katzen und Nagetiere gelten dabei statistisch gesehen als Hauptübeltäter. Allergien gegen Hunde-Ausscheidungen sind seltener, aber im Grunde kommen alle Wirbeltiere in Betracht.

Die klassischen Tier-Allergien sind symptomatisch dem Heuschnupfen sehr ähnlich. Niesen, juckende Augen und geschwollene Schleimhäute machen dem Patienten das Leben schwer. Hautausschlag kann im Gegensatz zur Saisonkrankheit Heuschnupfen hinzutreten. Unverzüglich meldet der Körper den Kontakt mit dem Allergen, daher werden Tier-Allergien auch als Soforttyp (Typ I) klassifiziert. Die sogenannte Vogelhalterlunge allerdings ist eine Allergie vom Spättyp, die Beschwerden lassen sich mit ihrem Auftreten ein paar Stunden Zeit. Daher wird auch diskutiert, ob diese Allergie gar nicht die Vögel selber verursachen, sondern der Kot der sie bevölkernden Milben.
Meist geben die Symptome dem Arzt einen sicheren Anhaltspunkt, wonach er suchen soll.

Verschiedene Provokations-Tests können die Diagnose sichern. Dabei wird der Patient einer Probe von Allergenen ausgesetzt, entweder durch Einritzen in die Haut (Pricktest), als Pflaster oder als Schnupfpräparat. Zusätzlich kann der Mediziner mit einer Blutuntersuchung die spezifischen Antikörper nachweisen.

Ist die Diagnose klar, kann der Patient mit einer Hyposensibilisierung beginnen. Dabei wird er einer langsam anwachsenden Konzentration seines Allergens ausgesetzt, so dass sich das Immunsystem daran gewöhnt und keine Überreaktion mehr produziert. Bei den meisten Patienten funktioniert diese Methode gut. Gegen die Symptome können zunächst entzündungshemmende Medikamente als Spray oder Tabletten hilfreich sein. Antihistaminika haben sich bewährt, auch Kortison wird eingesetzt, darf aber wegen der Nebenwirkungen keine Dauergabe sein.