Kontaktallergie

Die Kontaktallergie ist ein Spättyp oder Typ IV unter den Allergien

Normalerweise ist Ihre Haut ziemlich robust. Doch plötzlich bemerken Sie an den Händen einen quälenden Juckreiz, die Haut ist hier gerötet und geschwollen. Natürlich überlegen Sie dann, woran es liegen könnte, aber was könnte heute passiert sein? Der Lack, mit dem Sie Ihre Heizkörper gestrichen haben, hatte ja den „Blauen Engel“, war also lösungsmittelfrei, außerdem ist das ja schon 3 Tage her. Das kann also nicht die Ursache sein!

Kann es doch. Eine Kontaktallergie, in diesem Fall durch Acrylat ausgelöst, tritt immer mit einer gewissen Verzögerung auf. Meist dauert es ungefähr 12 Stunden, bis sich die allergische Reaktion zeigt. Es können aber durchaus auch schon mal bis zu 72 Stunden sein. Deshalb sprechen Ärzte auch vom Spättyp, in der medizinischen Klassifizierung auch Typ IV genannt.

Sehr oft kann gerade bei der Kontaktallergie die Ursache schnell eingegrenzt werden. Tritt das Ekzem nach dem Auftragen einer Salbe auf, ist natürlich die Frage, auf welchen Inhaltsstoff das Immunsystem überreagiert. Ihr Arzt kann jetzt mit einem Epikutantest die Substanz identifizieren. Testpflaster mit einzelnen Allergenen werden auf den Arm oder den Rücken geklebt, woraufhin sich punktuell die Symptome zeigen. Nach den Ergebnissen dieses Diagnoseverfahrens können sie dann alle Produkte meiden, die den Stoff enthalten.

Oft prägen Menschen Kontaktallergien gegen Substanzen in ihrem Berufsumfeld aus. Frisöre sind plötzlich überempfindlich gegen Shampoos oder Haarfärbemittel, Mechaniker vertragen bestimmte Schmierstoffe nicht mehr, Bauwerker sind gegen Schwermetallspuren im Zement allergisch, Bäcker haben Probleme mit Mehl. Dann ist die Sache mit der Vermeidung nicht mehr ganz so einfach. Hier helfen natürlich erst einmal Schutzhandschuhe, um den Kontakt so gering wie möglich zu halten. Manchmal ist ein Berufswechsel unausweichlich.

Werden die Symptome unerträglich, können entzündungshemmende Salben schnell helfen. Antihistaminika und Cortison-Präparate sind allerdings nicht für den Dauergebrauch geeignet, nicht nur wegen der Gewöhnung, sondern auch wegen ihrer Nebenwirkungen. Was jeder zusätzlich unternehmen kann, ist die Verwendung hautfreundlicher Waschmittel, wie seifenfreie Detergenzien mit dem Säurewert der Haut (pH-Wert 5 oder 6,5). Es gibt auch spezielle, hypoallergene Seifen und Kosmetika, die zur Hautschonung beitragen.

Therapeutisch ist, wie bei allen Allergien, eine Hyposensibilisierung das beste Mittel der Wahl. Zusätzlich kann der Dermatologe eine UV-Bestrahlung einsetzen. Die ärztliche Behandlung ist dringend anzuraten, um eine Chronifizierung der Krankheit zu verhindern. Eine Ausweitung der ekzematösen Symptomatik auf Hautareale, die gar keine Berührung mit dem Allergen hatten, ist nämlich durchaus möglich. Sogar Schleimhäute im Mund- und Halsbereich können betroffen sein, im Extremfall kann der Patient auch zum Asthmatiker werden.