Hausstauballergie

Auch im saubersten Haushalt krabbeln ungebetene tierische Mitbewohner herum.

Die meisten davon sind harmlos, viele mit dem bloßen Auge gar nicht sichtbar. Manche ihrer Lebensäußerungen bemerken wir aber durch Niesen, Husten, Schnupfen oder juckende Augen. Dann liegt eine Allergie gegen die Exkremente der Hausstaubmilbe vor.

Diese, etwas irreführend „Hausstauballergie“ genannte, Überempfindlichkeit gegen die Ausscheidungen der achtbeinigen Mini-Monster kann der Allergologe mit dem Pricktest präzise diagnostizieren. Um die Beschwerden zu beseitigen oder zumindest zu lindern, muss nun etwas unternommen werden. Auch deshalb, weil die Gefahr eines Asthma bronchiale besteht.

Prophylaktische Maßnahmen beginnen für Hausstauballergiker im Bett. Denn dort hinterlassen wir die meisten Hautschuppen, von denen sich die Milben ernähren. Daher ist ihre Populationsdichte im Nachtlager am höchsten. Empfehlenswert ist daher spezielle Bettwäsche, sogenannte Encasings, die allergendicht sind und so vor dem Auslöser der Niesattacken schützen. Bitte auch an einen entsprechenden Matratzenbezug denken! Bettzeug aus Daunenfedern sind als biogene Materialien sehr ungünstig. Die Bettwäsche sollte bei 60° gewaschen, die nicht waschbaren Teile im Trockner heiß durchgewirbelt werden. Alternativ können Sie die frostempfindlichen Milben auch abtöten, indem Sie die Bettwäsche bei maximalen Minusgraden in die Tiefkühltruhe stecken. Anschließend können Sie die Bezüge und Steppdecken noch mit Niembaum-Öl einsprühen, das verdirbt den Krabbeltierchen den Appetit! Trockene Luft mögen die Spinnentiere auch nicht, daher ist intensives Lüften im Schlafzimmer besonders angesagt.

Wenn das alles nicht reicht und auch das Staubsaugen unter Zuhilfenahme spezieller Mikrofilter keinen gewünschten Erfolg zeitigt, entfernen Sie möglichst alle Staubfänger aus der Wohnung. Leder und Kunstleder sind besser als Stoff, von Teppichen und Teppichböden sollten Sie sich verabschieden. Denn nur auf einem hygienisch glatten Fußbodenbelag ist eine gründliche Beseitigung des Haustaubs möglich. Pilzabtötende Mittel können dem Wischwasser zugesetzt werden, denn Schimmelpilze machen den Staub für die Milben erst verdaulich.

Ein totaler Schutz vor Hausstaub ist leider nicht möglich. Deswegen ist in schweren Fällen eine medizinische Behandlung unausweichlich. Die Symptome können mit antiallergischen Mitteln bekämpft werden. Antihistaminika und Kortison-Präparate kommen hier in Betracht, dürfen aber nicht über einen längeren Zeitraum und regelmäßig angewendet werden. Als Kausaltherapie bietet sich eine spezifisch auf die Hausstauballergie ausgerichtete die Hyposensibilisierung an. Sie soll in 90% aller Fälle helfen!